Das Jungfernhäutchen kann aufgrund unterschiedlicher mechanischer Belastungen zerstört werden. Gerade sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Gymnastik oder Reiten führen häufig dazu, dass das Jungfernhäutchen bereits vor dem ersten Geschlechtverkehr zerreißt. Besonders in südeuropäischen und arabischen Kulturen gilt das Jungfernhäutchen aber als Zeichen besonderer Reinheit und hat deshalb hohe traditionelle Bedeutung. Chirurgische Maßnahmen erlauben inzwischen auch die Hymenrekonstruktion.
Die chirurgischen Möglichkeiten der Hymenrekonstruktion sind sehr vielfältig geworden. Allen Verfahren ist gemeinsam, dass sie das Ziel verfolgen, das Hymen in seinen Ursprungszustand zurückzuversetzen. Auch wenn die medizinische Notwendigkeit für das Hymen heute in unserem kultivierten Leben nicht mehr gegeben ist, denn es soll die Scheide vor dem Eindringen von Schmutz bewahren, ist die Rekonstruktion des Hymen bei vielen Frauen gerade vor der Eheschließung heute oft erwünscht.
Die Hymenrekonstruktion erfolgt mit körpereigenem Gewebe. Entweder werden hier die Reste des Hymens genutzt oder es wird Vaginalgewebe für die Rekonstruktion verwendet. Nur wenige Schnitte mit einem Laserskalpell führen zu einem präzisen und sehr blutungsarmen Ergebnis. Die Dauer des Eingriffs liegt bei 60 bis etwa 90 Minuten. Aufgrund der Verwendung von selbstauflösendem Nahtmaterial ist nur eine Nachuntersuchung zur Wundkontrolle, aber kein Ziehen der Fäden nach dem Eingriff erforderlich. Die Ausheilzeit nach dem Eingriff liegt bei etwa zwei bis maximal drei Wochen und auch ein erfahrener Arzt erkennt die Rekonstruktionsmaßnahme später nicht als solche. Das rekonstruierte Hymen zerreißt auch beim Geschlechtsverkehr.

